Die Auszubildenen in der Unibibliothek: Doro Maeles und Lukas Ventzlaff, © Anne Junia Ziemann/UG
„Man glaubt gar nicht, wie viel dahintersteckt“
Wer in der Universitätsbibliothek ein Buch aus dem Regal zieht, denkt wahrscheinlich nicht darüber nach, wie viele Hände daran vorher gearbeitet haben. Doro Maeles und Lukas Ventzlaff schon.
Seit 2023 beziehungsweise 2024 absolvieren die beiden ihre Ausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste – kurz: FaMI. Ein Beruf, den außerhalb von Bibliotheken kaum jemand kennt.
Dabei steckt hinter der Ausbildung deutlich mehr als das klassische Bild vom Bücherstempeln oder stillen Sitzen hinter einer Ausleihtheke. Die beiden lernen nahezu alle Bereiche der Universitätsbibliothek kennen: von der Erwerbung neuer Medien über Katalogisierung und Nutzerberatung bis hin zur Arbeit in den Magazinräumen oder im Archiv.
Viele Schritte bis ins Regal
„Man glaubt gar nicht, wie viel dahintersteckt“, sagt Doro Maeles. Vom ersten Bestellwunsch über Katalogisierung und Sacherschließung bis hin zur Beschriftung und dem finalen Platz im Regal durchläuft jedes Medium zahlreiche Stationen. „Das ist wirklich einfach eine große Backendarbeit“, beschreiben sie den Prozess.
Besonders überrascht habe sie am Anfang, wie viele Menschen an einem einzigen Buch arbeiten. „Man nimmt das als Nutzerin oder Nutzer gar nicht wahr. Man geht einfach hin und nimmt sich das Buch aus dem Regal.“ Tatsächlich stecke dahinter jedoch ein komplexer Workflow mit vielen einzelnen Arbeitsschritten und verschiedenen Abteilungen.
Zwischen alten Büchern und digitalen Systemen
Gerade diese Mischung macht den Beruf für beide spannend. Historische Bestände treffen auf digitale Recherche, Servicetheke auf Magazinräume, Nutzendenberatung auf Datenpflege.
„Wir haben Bücher aus dem 15. Jahrhundert und gleichzeitig die neuesten E-Books“, erklärt Lukas Ventzlaff. Besonders die Alte Universitätsbibliothek habe es ihm angetan. Zwischen alten Holzregalen und meterlangen Magazinfluren fühle man sich „wirklich wie ein Teil von einem Museum“.
Die Bibliothek im Wandel
Gleichzeitig verändert sich die Bibliothek ständig weiter. Neue Lernräume, digitale Angebote und moderne Services gehören längst zum Alltag. Das klassische Bild der stillen Bücherhalle passe heute kaum noch. „Dieses Bild von der Bibliothek mit einer grauen alten Frau hat sich geändert“, sagt Lukas Ventzlaff.
Die Bibliothek verstehe sich heute vielmehr als moderner Lern- und Begegnungsort. Neben Büchern gehe es inzwischen auch um digitale Zugänge, Datenbanken, Gruppenarbeitsräume oder flexible Arbeitsplätze.
Kein Tag wie der andere
Auch der Arbeitsalltag sei deutlich vielseitiger, als viele vermuten. Die Auszubildenden wechseln zwischen verschiedenen Bereichen der Bibliothek, beraten Nutzer*innen, katalogisieren Medien oder arbeiten im Magazin.
Dabei begegnen ihnen täglich ganz unterschiedliche Menschen: Studierende auf der Suche nach Literatur für Hausarbeiten, Forschende mit speziellen Anfragen oder auch Besucher*innen, die die Bibliothek einfach einmal sehen möchten.
Mehr als nur Bibliothek
Die Arbeit der beiden ist vielfältig. Denn FaMIs arbeiten nicht nur in Bibliotheken. Auch Archive, Museen, Bildagenturen oder Dokumentationsstellen gehören zu möglichen Einsatzorten. Genau diese Offenheit habe den Beruf für beide interessant gemacht.
Hinzu komme die besondere Atmosphäre der Universität Greifswald selbst. Die Mischung aus historischer Universität, moderner Infrastruktur und den verschiedenen Bibliotheksstandorten mache die Ausbildung abwechslungsreich. Besonders die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Häusern und Teams zu wechseln, schätzen beide sehr.
Für Doro Maeles und Lukas Ventzlaff ist klar: Die Bibliothek ist heute weit mehr als ein Ort zum Ausleihen – und genau das macht die Ausbildung für beide spannend.
„Dackelbesuch bei …“, ist ein Format der internen Kommunikation der Universität Greifswald. Es gibt Einblicke in Menschen, Projekte und Tätigkeiten an der Universität und soll die interne Vernetzung stärken. Wenn Sie selbst Interesse haben oder jemanden vorschlagen möchten, können Sie sich bei der Hochschulkommunikation melden.
Text: Anne Junia Ziemann, 02.06.2026
