Uni & Gesellschaft

Greifswald im Klangfieber

Das Foto zeigt eine Bühne auf der drei Musiker:innen stehen. In der Mitte steht eine Frau am Cello, rechts von ihr ein Mann am Schlagzeug und links von ihr spielt ein Mann Klavier.

Konzert Kristin Korb Trio, © Zan Vidmar Zorc

Ein Rückblick auf den Nordischen Klang 2026

Greifswald war im Mai wieder Treffpunkt für nordische Kultur. Das 35. Festival Nordischer Klang zeigte eindrucksvoll, was sein Erfolgsrezept ausmacht: Konzerte, Literatur, Wissenschaft und Mitmachangebote lockten 10.000 Besucher*innen. Ein Rückblick mit Bildern auf das Festival.

„Das 35. Festival zeigte einmal mehr, dass die Verbindung von unterschiedlichsten Formaten, die von Konzerten über wissenschaftliche Konferenzen bis hin zu Mitmachaktionen reichen, das spezielle Erfolgskonzept des Nordischen Klangs ausmachen. Dies spiegelte sich auch in der Vielfalt der durchweg bestens besuchten Veranstaltungsorte wider. Eine besondere Freude war es zu erleben, dass unser interessiertes Publikum sogar den Dom gleich zweimal füllte“, resümiert Festivalleiter Prof. Dr. Marko Pantermöller.

Gleich zum Auftakt ging es mit einem Höhepunkt los:  Das Eröffnungskonzert mit Gitte Hænning sorgte für viel Schmunzeln. Ebenso gut angenommen wurde das Konzert der schwedischen Musiker Johan-Magnus Sjöberg und Hans Nilsson im sonnendurchfluteten Dom. Literaturfans zog es zur Lesung der finnischen Autorin Inkeri Markkula ins restlos besetzte Koeppenhaus. Bei der Pop-Nacht im St. Spiritus sorgten die färöische Sängerin jazzygold und die schwedische Tribute-Band Wonders of Stevie für ausgelassene Stimmung.

Kultur und Wissenschaft im Einklang

Auch die wissenschaftlichen Veranstaltungen stießen auf großes Interesse. Diskutiert wurden unter anderem die Zukunft des Nordatlantiks, die Rolle der Soziokultur in Dänemark und Deutschland sowie Fragen zu Nachhaltigkeit und Ernährung in skandinavischen Literaturen. Damit blieb der Nordische Klang seinem Anspruch treu, Kultur und Wissenschaft miteinander zu verbinden.

Musikalisch reichte die Bandbreite von Barockklängen auf Nyckelharpa und Violine über Folk aus Finnland und Norwegen bis hin zu Jazz, Soul und elektronischer Clubmusik. Standing Ovations erhielt die estnische Pianistin Tähe-Lee Liiv für ihr nordisches Klavierprogramm. Die traditionelle Jazz-Nacht in der Straze war ebenso ausverkauft wie das Folk-Festival im St. Spiritus.

Zum Finale setzte der Nordische Klang noch einmal ein Ausrufezeichen: Während am Nachmittag der Chor der Humboldt-Universität Berlin vor voll besetzten Bänken im Dom sang, verwandelten GiddyGang aus Norwegen und Inspector Spacetime aus Island die Straze am Abend in eine Tanzfläche.

Auch bei den Studierenden, ohne die das Festival nicht realisierbar ist und die von der Betreuung der Künstler*innen über die Abendkasse bis zur Pressearbeit im Einsatz waren, war der Nordische Klang ein besonderes Erlebnis.

Stimmen von Studierenden zum Nordischen Klang 2026

Merle-Maleen Dierks: „Ich finde, auch dieses Jahr hat der Nordische Klang wieder bewiesen, dass er die schönste Jahreszeit des Nordens ist! Meine Highlights waren auf alle Fälle Jazzygold und das Abschlusskonzert! Auch Gitte Hænning war natürlich super!“

Carmen Bozzetta: „Das bunte Programm, die wunderbare Atmosphäre und die tollen Menschen – Ich habe das Festival wie immer sehr genossen und freue mich schon jetzt auf den Nordischen Klang im nächsten Jahr!“

Majvi Schütte: „Beim Nordischen Klang finde ich toll, dass man immer alle Facetten der nordischen Musikkultur sehen kann! Mit Legenden wie Gitte Hænning und dann RETI, Orgelmusik und Inspector Spacetime ist einfach so viel Verschiedenes dabei – aber alles super!“

Eva Mertens: „Für mich war Trolska Polska definitiv das Highlight, weil sie total mitreißend waren und die Atmosphäre einfach groß war. Insgesamt fand ich am Nordischen Klang schön, dass es so abwechslungsreich ist und auch Acts dabei waren, die mich unerwartet überrascht haben.“

Nicolas Wilke: „Das vielfältige Programm voller spannender und sympathischer Acts aus dem Nordischen Raum war wirklich super! Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Konzerte von Gitte Hænning und Trolska Polska sowie die Performance von Don Gnu – gerade dies war mit einer Mischung aus Theater und Performance mal etwas ganz anderes. Ich würde mich freuen, wenn so etwas in der Art wieder ins Programm aufgenommen werden könnte.“

Mit vollen Sälen, begeistertem Publikum und zahlreichen neuen Begegnungen endet damit ein Festivaljahr, das eindrucksvoll gezeigt hat, wie lebendig und vielfältig nordische Kultur sein kann.

Text: Pauline Hübner, Elisabeth Böker, Fotos: Martha Bahls, Elisabeth Böker, Majvi Schütte, Lou Westfeld, Zan Vidmar Zorc, 10.06.2026

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