Bernd Mix, Simone Rakow und Sven Tahn (v.l.) bilden das Team der Poststelle, © Anne Junia Ziemann/UG
Wo Briefe, Pakete und verlorene Dinge zusammenkommen
In der Poststelle der Universität Greifswald laufen täglich Hunderte Sendungen durch die Hände von Simone Rakow, Bernd Mix und Sven Tahn. Doch hinter den Kulissen geht es um weit mehr als Briefmarken und Pakete: Die Drei kümmern sich auch um Rechnungen, Fristsachen und ein kleines Fundbüro – und haben schon so manche kuriose Sendung erlebt.
Sechs Uhr morgens. Während auf dem Campus vielerorts noch Ruhe herrscht, ist in der Poststelle bereits viel Betrieb. Der erste Kaffee gehört für Simone Rakow, Bernd Mix und Sven Tahn genauso zum Start in den Arbeitstag wie die Post selbst. Denn bevor an der Universität der erste Brief geöffnet oder das erste Paket erwartet wird, haben die Drei schon einiges zu sortieren.
96 Fächer gibt es in der Poststelle. Dahinter stehen Institute, Einrichtungen und weitere Stellen der Universität. Die eingehende Post wird sortiert und anschließend verteilt. Rund 50 Institute werden täglich direkt beliefert. Dafür packt das Team die Post in Taschen und Sven Tahn bringt sie auf seiner Tour über den Campus an die jeweiligen Stellen. Eine Runde dauert – je nach Verkehr – ungefähr zwei Stunden. Nebenbei holt er auch die Eingangspost bei der Deutschen Post ab und bringt sie zurück in die Poststelle.
Zwischen Briefen, Paketen und 96 Fächern
Gleichförmig ist der Alltag in der Poststelle nicht. Im Durchschnitt verlassen täglich etwa 250 bis 400 Sendungen die Poststelle. Besonders viel ist rund um den Semesterstart zu tun. Wenn andernorts in den Semesterferien etwas Ruhe einkehrt, merkt man davon in der Poststelle wenig.
Auch Pakete gehören zum Alltag. DHL und andere Kurierdienste liefern Sendungen an, die anschließend ihren Weg zu den richtigen Instituten finden müssen.


Wenn 300 Sendungen auf einmal kommen
Besonders eindrucksvoll wird es, wenn größere Versandaktionen anstehen. 300 Sendungen auf einmal? Für die Poststelle kein gewöhnlicher Arbeitstag. Denn nicht jede Sendung lässt sich einfach durch die Frankiermaschine schicken. Manche sind zu dick, zu schwer oder müssen anders frankiert werden. Dann heißt es: wiegen, prüfen, sortieren und gegebenenfalls von Hand bearbeiten.
Für Leiterin Simone Rakow gehört genau das zu den Dingen, die ihren Tag interessant machen. „Man wird immer wieder gefordert“, sagt sie. Denn auch wenn viele Tage ähnlich ablaufen, gibt es immer wieder Situationen, in denen eine neue Lösung gefunden werden muss.
Das unbekannte Fundbüro
Eine Aufgabe, von der vermutlich viele an der Universität gar nichts wissen: In der Poststelle befindet sich auch das Fundbüro der Universität.
Und dort kommt einiges zusammen. Kopfhörer, Trinkflaschen, Schals und Handys gehören noch zu den gewöhnlicheren Fundstücken. Daneben finden sich Regensachen, Rucksäcke, Autoschlüssel – und sogar schon einmal eine komplette Bettgarnitur mit Zudecke und Kopfkissen.
Eine Gartenbank auf Reisen
Wer in der Poststelle arbeitet, erlebt außerdem Dinge, die man vermutlich nicht unbedingt mit einer Universität verbindet.
Eine der ungewöhnlicheren Sendungen, die in der Poststelle ankamen, war eine Gartenbank samt Gartengarnitur. Sie wurde für einen Kollegen angenommen – für wen genau, bleibt Postgeheimnis. Auch Blumen, Sekt und Amazon-Pakete haben schon den Weg durch die Poststelle genommen.
Manchmal sind es aber nicht die Größe oder der Inhalt einer Sendung, die für Gesprächsstoff sorgen. Auch Gerüche können eine Rolle spielen. Einige Sendungen dürfen deshalb nicht einfach sofort zu den anderen gelegt werden. Und so manches Paket sorgt schon durch seine Verpackung für neugierige Blicke.
Rot ist immer gut
Auch für Studierende hält die Poststelle einen wichtigen Hinweis bereit: Es gibt zwei Briefkästen – einer davon ist besonders wichtig. Der rote Briefkasten ist für Fristsachen. Was dort eingeworfen wird, bekommt einen Eingangsstempel. Der Briefkasten ist mit einer zeitgesteuerten Klappe ausgestattet. Um Mitternacht schaltet sie automatisch um. Die Sendungen werden entsprechend dem Zeitpunkt des Einwurfs behandelt. Oder wie es in der Poststelle heißt, wenn es um Fristsachen geht: „Rot ist immer gut.“
Drei Menschen, ein Team
Seit rund 15 Jahren arbeitet Simone Rakow in der Poststelle, Bernd Mix ist seit 2013 dabei, Sven Tahn seit vier Jahren. Zusammen halten sie den täglichen Postbetrieb am Laufen.
Was Simone Rakow besonders schätzt: das Team. Entscheidungen werden häufig gemeinsam besprochen, gleichzeitig arbeitet jede*r selbstständig. Vertrauen gehört für sie zu den wichtigsten Voraussetzungen für den Arbeitsalltag.
Und trotz Briefen, Paketen, Rechnungen und manchmal ziemlich ungewöhnlichen Sendungen bleibt Raum für Humor. Die Drei kennen viele Kolleg*innen, die regelmäßig vorbeikommen. Manchmal erkennen sie schon an Schritten oder dem Klappern eines Schlüssels, wer gerade durch die Tür kommt.
Denn die Poststelle ist nicht nur ein Ort, an dem Sendungen ankommen und wieder verschwinden. Sie ist auch ein kleiner Treffpunkt auf dem Campus. Einer, an dem täglich viele Menschen vorbeikommen – und an dem manchmal schon ein freundliches „Hallo“ den Arbeitstag ein bisschen schöner macht.
„Dackelbesuch bei …“, ist ein Format der internen Kommunikation der Universität Greifswald. Es gibt Einblicke in Menschen, Projekte und Tätigkeiten an der Universität und soll die interne Vernetzung stärken. Wenn Sie selbst Interesse haben oder jemanden vorschlagen möchten, können Sie sich bei der Hochschulkommunikation melden.
Text und Bilder: Anne Junia Ziemann, 07.10.2026
