Teilnehmende des Pharmaweekends 2026, © FSR Pharmazie/UG
Vorlesungen, Prüfungen und Praktika prägen den Studienalltag der Pharmaziestudierenden. Doch Pharmazie bietet weit aus mehr als das, was im Stundenplan steht. Wie vielseitig das Fach sein kann, zeigte Ende Juni das Pharmaweekend in Greifswald. Rund 50 Pharmaziestudierende und Apotheker*innen aus ganz Deutschland kamen für drei Tage zusammen, um sich fachlich auszutauschen, neue Perspektiven kennenzulernen und Kontakte über die Grenzen des eigenen Studienortes hinaus zu knüpfen.
Unter dem Motto „Fokus Frau – die weibliche Gesundheit im Blick“ erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm aus Fachvorträgen und Workshops. Neben wissenschaftlichen Vorträgen standen dabei vor allem Themen auf dem Programm, die im Studium häufig nur am Rande behandelt werden. „Wir beschäftigen uns in den Kursen mit Themen, die für das spätere Berufsleben zwar extrem wichtig sind, im eigentlichen Studium aber oft keinen Platz finden“, berichtet eine Teilnehmerin. Ob Teammanagement, Zeitplanung oder der Umgang mit geschlechtsspezifischer Diskriminierung – die Workshops vermitteln den Studierenden Kompetenzen, die im späteren Berufsalltag ebenso wichtig sind wie fachliches Wissen.
Mindestens genauso wertvoll wie die das fachliche Programm war für viele Teilnehmende der persönliche Austausch untereinander. Wie läuft das Studium an anderen Standorten? Welche Erfahrungen machen Studierende im Labor? Und welche Themen beschäftigen angehende Apotheker*innen bundesweit? Zwischen Vorträgen, Workshops und dem gemeinsamen Abendprogramm blieb viel Zeit für Gespräche und neue Kontakte. Gerade dieser Blick über den eigenen Standort hinaus macht das Pharmaweekend seit vielen Jahren zu einem festen Bestandteil des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. (BPhD).
Dass das Event in diesem Jahr in Greifswald stattfand, war kein Zufall. Zweimal jährlich kommen Vertreter*innen aller 22 Pharmaziestandorte Deutschlands zur Bundesverbandstagung des BPhD zusammen und diskutieren dort studienpolitische Themen. Unter anderem wird bei diesen Treffen auch entschieden, welche Fachschaft das nächste Pharmaweekend ausrichten darf. Die Greifswalder Fachschaft hatte sich im vergangenen Jahr freiwillig gemeldet.
Mit der Zusage begann eine fast einjährige Vorbereitungsphase. Bereits im August 2025 startete das Organisationsteam mit den Planungen. Sieben Fachschaftsmitglieder und zehn weitere Studierende arbeiteten monatelang daran, das Pharmaweekend auf die Beine zu stellen. Wie viel Arbeit hinter einer solchen Veranstaltung stecke, werde häufig unterschätzt, berichtet die Beauftragte für Veranstaltungorganisation und Fachschaftsmitglied Jenny Silbermann: „Neben den Vorträgen und Workshops müssen wir uns natürlich um passende Räume, Verpflegung und auch die Unterkünfte für die Teilnehmenden kümmern.“
Der Aufwand habe sich jedoch gelohnt: „Auch wenn die Organisation sehr anstrengend und nervenaufreibend war, war das Wochenende doch ein voller Erfolg. Die Stimmung war die ganze Zeit großartig und wir haben nach dem Wochenende durchgängig positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Silbermann.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Pharmaweekends endet das Projekt für die Fachschaft allerdings noch nicht. Langfristig wünschen sich die Organisator*innen einen interdisziplinären Studierendenkongress, an dem auch Studierende verwandter Fachrichtungen teilnehmen. Denn wer später eng mit Mediziner*innen oder Humanbiolog*innen zusammenarbeitet, profitiert schon im Studium davon, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und voneinander zu lernen.
Das Pharmaweekend zeigt, wie wertvoll dieser Austausch sein kann – und dass Pharmazie weit mehr ist als Vorlesungen, Prüfungen und Praktika.
Text: Wiebke Pförter, Anne Junia Ziemann, 09.09.2026
Fotos: FSR Pharmazie /UG
