Abendstimmung am Ankerplatz westlich Näs, Foto: © Sebastian Lorenz
Wie lässt sich der Ostseeraum besser verstehen als dort, wo er unmittelbar erfahrbar wird – auf dem Wasser, zwischen Küsten und Landschaften. Exkursionen sind ein wesentlicher Bestandteil des Geographie-Studiums, denn sie machen theoretisches Wissen vor Ort greifbar und zeigen, wie natürliche Prozesse und menschliches Handeln ganze Regionen prägen. Für 18 Lehramtsstudierende der Universität Greifswald stand in diesem Jahr eine besondere Exkursion auf dem Programm: Statt einzelne Orte an Land zu erkunden, begaben sie sich für zwei Wochen auf eine Reise über die Ostsee.
Ganz im Sinne des Schriftstellers André Gide, der schrieb: „Man kann keine neuen Ozeane entdecken, ohne den Mut zu haben, die Küste aus den Augen zu verlieren“, verließ die Gruppe ihren gewohnten universitären Rahmen. Von Stockholm aus führte die Route über die Ostsee zurück in den Heimathafen Greifswald – und verband die theoretischen Inhalte der Semesterveranstaltung zum Ostseeraum mit unmittelbaren Erfahrungen auf See. In einem Reisetagebuch dokumentieren 5 Teilnehmer*innen ihre Erfahrungen.
Samstag, 15.08.2026
Der erste Exkursionstag begann sehr zeitig, denn wir trafen uns morgens um 6:30 Uhr auf dem Hamburger Flughafen, wobei die Anreise individuell erfolgte. Der Flug um 8:30 Uhr nach Stockholm-Arlanda sowie der Transfer in die Innenstadt per Shuttlebus verliefen beide reibungslos. Weiter ging es per Linienbus an den Rand der Stockholmer Altstadt, wo am malerischen Insel-Liegeplatz Djurgården die PETRINE auf uns wartete. Zeitiger dort angekommen als gedacht, wurde das Gepäck an Bord abgelegt und es ging in das gleichermaßen bekannte wie beeindruckende VASA-Schifffahrtsmuseum, welches sich in unmittelbarer Nachbarschaft befand. Hier wird die Geschichte des am 10. August 1628 vor Stockholm gesunkenen Segelschiffs VASA mit ihr selbst als überwältigendem Exponat dargestellt. Spätnachmittag und Abend dienten dann der Einweisung ins eigene Segelschiff PETRINE, der Einteilung von Wachen für alle Dienste rund um Schiff, Mannschaft und deren Verpflegung, dem ersten Zubereiten des Abendessens und der freien Gestaltung zwischen Altstadt, Schiffen und den benachbarten Parks.
Sonntag, 16.08.2026
Noch vor dem offiziellen Frühstück legen wir gegen 7 Uhr ab, da wir als Segelschiff mit hohen Masten an den Brückenzug der Danviksbron gebunden sind. Durch den schmalen Seeweg geht es durch malerische Außenbezirke Stockholms westwärts an der Insel Ekerö vorbei zum Mälarsee, den wir am frühen Nachmittag erreichen und an der Insel Bjørkø festmachen. Der Segelweg dorthin wurde für die seemännische und vokabelreiche Einweisung in die Besegelung der PETRINE genutzt. Fortan waren dann Wachen und Gruppen für die einzelnen Segel zwischen Flieger und Besan zuständig und mussten die entsprechenden Leinen kennen und bedienen. Es dauerte Tage, um all die Begriffe und Handgriffe zu festigen. Die heute unscheinbare Insel Bjørkø (Birka) gilt als eine der ersten urbanen Siedlungen Skandinaviens und ist unter Archäologen europaweit als wirtschaftliches Zentrum der Wikingerzeit (~750-975 n. Chr.) bekannt. Mit einer Rundwanderung besichtigen wir das gut erkennbare Gräberfeld, unscheinbare Siedlungsplätze und auch die markanten Felsen, welche die Festung trugen. Am späten Nachmittag legen wir unter Motor ab und segeln über große Strecken nun südwärts in Richtung Södertälje, eine Stadt, die wir abends passieren. Wir ankern und nächtigen etwa 10 Seemeilen südlich.
Montag, 17.08.2026
Ein langer Fahrtag mit stets südlichem Kurs steht an. Und so auch ein markanter Wandel der Küste, denn der lange Himmerfjärden ist in seiner vollen Länge zu durchqueren. Tagesziel ist die große Schäreninsel Sävö, welche nicht mehr innerhalb des langgestreckten Fjärds gelegen ist, sondern im Schärengarten südlich von Stockholm. Wir setzen vor Sävö gruppenweise per Beiboot zur Insel über, queren die Insel mit einer Wanderung und lernen u. a. die geologischen Grundlagen zur isostatischen Hebung der Region kennen. Noch am späten Nachmittag wird der Anker gelichtet, denn die lange Überfahrt nach Gotland steht bevor. Mit wenig Wind, erträglichem Seegang und mildem Wetter segeln wir in den Abend und haben die erste Nachtfahrt im Vierstunden-Wachrhythmus vor uns. Die Abendwache hat in Ruhe Gelegenheit, das Abendessen zu bereiten, während die Nachtwache für den Abwasch zuständig ist.



Dienstag, 18.08.2026:
Aufwachen auf See unter Segeln – wir machen nur etwa 4 Knoten Fahrt, die Nacht war geprägt von Regen und Gewitter. Mittlerweile weiß jeder, was zu tun ist. Frühstück um 8 Uhr bedeutet für die Morgenwache, um 6:30 Uhr mit den Vorbereitungen zu beginnen, literweise Kaffee und Tee zu kochen, Haferbrei zuzubereiten, Obst zu schneiden, Brot und Aufstriche auszulegen und die beiden langen Tische im Salon zu decken. Derweil sind andere Studierende an Deck, steuern das Schiff, kümmern sich um Segel und Leinen oder sind einfach nur an Deck und warten auf heißen Tee oder das Freiwerden der einen Toilette an Bord. Gotlands Küste ist schon am frühen Vormittag erkennbar, doch erst am Nachmittag laufen wir bei Sonnenschein in Visby ein. Der Nachmittag und Abend steht den Studierenden zur freien Verfügung, was alle für das Erkunden der wunderschönen Stadt Visby und ihrer beeindruckenden Stadtbefestigung nutzen. Die Duschen und Toiletten im Hafen werden ebenfalls gerne genutzt.
Mittwoch, 19.08.2026:
Der Tag steht im Zeichen der Gotländischen Ostseeküste, die aus ordovizischem Kalkstein aufgebaut ist, über weite Strecken zu Kliffen erodiert ist und die wir uns mit einer Wanderung erschließen. Dazu nehmen wir den Überlandbus von Visby in Richtung Norden nach Lickershamn, steigen an der Hauptstraße aus und laufen die 2 Kilometer bis zum Fischerdorf. Markante Kennzeichen der Küsten sind Felsnadeln aus Kalkstein, die als mächtige Säulen geformt, Relikte erodierter und durch Isostasie herausgehobener Kliffe darstellen. Wir wandern zur Jungfrun, können die Aussicht nach Norden entlang der waldreichen Küste bewundern und besichtigen auch die alten Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg, welche die militärstrategische Bedeutung Gotlands für die Seewege auf der Ostsee untermauern. Der Rückweg wird durch Eis und frischen Räucherfisch erleichtert. In Visby bietet sich eine letzte Gelegenheit für Einkäufe. An Bord fällt noch vor dem Abendessen die kurzfristige Entscheidung, dass wir aufbrechen und über Nacht den langen Schlag nach Öland segeln werden. Auf einem Segelschiff gibt die Windrichtung mitunter den Zeitplan vor. Einsetzender Regen und auffrischender Wind lassen Abend und Nacht sehr ungemütlich werden. Die selbstgebackene Pizza wird aufgrund umgreifender Seekrankheit nur in Teilen gegessen (und verdaut).
Donnerstag, 20.08.2026:
Wir erreichen die äußerste Nordspitze Ölands nach 3 Uhr morgens und ankern in der Grankullaviken nahe Nabbelund. Gegen 9 Uhr lichten wir den Anker und segeln zur Nordwestküste Ölands nach Byxelkrok, wo wir gegen Mittag festmachen. Beim örtlichen Fahrradverleih können wir für alle Räder ausleihen und starten kurz danach zu einer Radtour um die Nordspitze Ölands. Dort stehen die enormen hiesigen Aufwärtsbewegungen der Küstenlinie im Mittelpunkt. Sie sind als fossile Kliffe und mächtige Strandwallserien aus Kalksteinschotter sichtbar. Den bekannten Fossilienreichtum begreifen wir schon nach wenigen Minuten des Suchens und Sammelns. Nach etwa 30 Kilometer Rundtour entlang der Küste, durch Nabbelund und die umgebenden Wälder, sind wir in Byxelkrok zurück. Erneut treibt uns der Kapitän voran, den noch günstigen Wind zu nutzen, um Segelstrecke nach Süden durch den Kalmarsund zu bewältigen. So brechen wir erneut am späten Nachmittag auf und erreichen gegen Mitternacht den Hafen Borgholm an der Westküste Ölands, wo wir festmachen und nächtigen.



Freitag, 21.08.2026:
Wir legen gegen 9 Uhr mit Kurs auf Kalmar und damit auf das schwedische Festland ab, durchqueren bei bestem Wetter die Öland-Brücke über den Kalmarsund und machen gegen 13:30 Uhr in Kalmar längsseits der LOVIS fest. Beide Schiffe sind See-Ewer, beide sind aus Vorpommern. Man kennt sich, war aber nicht verabredet, so ein Zufall – die PETRINE mit Heimathafen Vitte/Hiddensee, die LOVIS mit Heimathafen Greifswald. Kalmar, ihre Stadtgeschichte und -entwicklung sind Gegenstand eines ausgedehnten gemeinsamen Stadtrundgangs, den wir unter studentischer Führung unternehmen. Er führt uns über die Befestigungsanlagen der Stadt, vorstädtische Gründungen und Hafenanlagen bis in die zentrale Altstadt. Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Universität Kalmar, deren recht neuen Bau wir im Hafenviertel besuchen. Der Abend in Kalmar steht allen zur freien Verfügung. Die Zeit wird ganz vielfältig genutzt: während einige die lokalen Restaurants und Kneipen besuchen, nehmen besonders Motivierte sogar am nächtlichen 5 Kilometer-Stadtlauf teil.
Samstag, 22.08.2026:
Laut morgendlichem Plan steht nur ein kurzer Seetag bevor, denn unser inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf einer Fahrradexkursion. Wir verlassen Kalmar am frühen Morgen noch vor dem Frühstück und kehren zurück auf die Insel Öland. Diesmal in den südlicheren Teil der Insel, wo wir den kleinen Hafen Mörbylånga am Kalmarsund anlaufen. Die knapp 25 Seemeilen sind bis zum Mittagessen bewältigt. Völlig unkompliziert leihen wir vor Ort wieder Fahrräder aus und starten zu einer Radtour quer durch das Inselzentrum an die Ostküste Ölands nahe Sandby. Dabei queren wir die plateauartig herausgehobene, ausgedehnte Heidelandschaft des Stora Alvaret. Hier liegen die silurischen Kalksteine ganz flach unter der Erdoberfläche, sodass die kargen Böden nur wenige Zenti- bis Dezimeter mächtig sind. Sie wurden und sind stark durch Austrocknung, Frosteinflüsse, vor allem aber durch Erosion beeinflusst. Es handelt sich um eine vom Menschen geprägte Offenlandschaft, welche auf die Jungsteinzeit vor etwa 6.000 Jahren zurückgeht. Seit der Enteisung vor etwa 11.000 Jahren wurde das Inselzentrum isostatisch stark gehoben, was durch markante Geländesprünge im Relief verdeutlicht wird. Am Ostufer Ölands besuchen wir den eisenzeitlichen Fundplatz Sandby Borg, der im fünften Jahrhundert AD Schauplatz eines Massakers wurde. Der Nachweis dafür gelang durch archäologische Ausgrabungen, die dutzende Skelettfunde innerhalb des erhaltenen Ringwalls um das damalige Dorf zutage förderten. Zudem erscheint die Ostküste aufgrund der flach einfallenden und noch immer auftauchenden Kalksteinschichten eher als Meeresbodenküste, denn als Kliffküste, was die Studierenden durch den direkten Vergleich zur Westküste gut erkennen. Am späten Nachmittag sind wir nach 60 Kilometer Fahrradtour zurück im Hafen von Mörbylånga und werden von der Entscheidung des Kapitäns überrascht, kurzentschlossen gleich weiter zu segeln. Im Hinblick auf die Windvorhersage fügen wir uns und starten, von der Tagesexkursion erschöpft, mit versiegender Vorfreude auf die Hafensauna, in eine lange Segelnacht in Richtung Utklippan, dem südlichsten Inselarchipel der schwedischen Schärenküste.
Sonntag, 23.08.2026:
Die PETRINE erreicht den winzigen Hafen von Utklippan in den frühen Morgenstunden noch bei Dunkelheit. Der Hafen selbst ist die künstliche Verbindung dreier Schäreninseln durch Molen und Kaimauern. Er gleicht eher einem Nothafen für Segler und eignet sich aufgrund seiner Abgelegenheit für einen Ruhetag. Den verbringen wir mit meereskundlichen Referaten, einem gemeinsamen Grillen, vor allem aber mit kurzen Spaziergängen und Erkundungen an Bord kleiner, frei nutzbarer Ruderboote. Besondere Aufmerksamkeit rufen die Kegelrobben hervor, die auf Felsbänken vor den Inseln ruhen und gut zu beobachten sind. Der Tag klingt gemütlich aus, wir sitzen lange draußen, es ist Vollmond.


Montag, 24.08.2026:
Ein erneuter langer Segeltörn mit über 70 Seemeilen steht auf dem Plan, sodass wir gegen 5 Uhr morgens auslaufen und uns mit dem stampfenden Schiffsdiesel freundlichst von den schlafenden Seglern um uns verabschieden. Wir haben die dänische Ostseeinsel Bornholm als Ziel, setzen kurz nach dem Auslaufen Segel und verbringen den gesamten Tag mit langsamer Fahrt zwischen 3-5 Knoten auf südlichem Segelkurs. Zum Nachmittag passieren wir Christiansø, haben Bornholms Nordküste längst vor Augen und begreifen, dass Land in Sicht noch lange kein baldiges Anlegen bedeutet. Gegen 19 Uhr machen wir dann endlich im Hafen von Svaneke fest, aufgrund des kleinen Hafenbeckens erneut längsseits eines Traditionsseglers. Zur freudigen Überraschung vieler Studierender erwartet uns unsere Kollegin Stefanie Rosenthal (Fachdidaktik Geographie) am Anleger. Sie wird uns die kommenden zwei Tage über die Insel Bornholm führen und bis Greifswald an Bord mit uns reisen. Die charmante Kleinstadt Svaneke im Nordosten Bornholms wird von vielen abends bereits erkundet, vor allem aber locken die kostenlosen Duschen und Sanitärräume im Hafen.
Dienstag, 25.08.2026:
Ein voller Exkursionstag auf Bornholm, ohne das Schiff bewegen zu müssen, lockt uns zeitig zum Frühstück. Wir starten 8:30 Uhr unter studentischer Führung und der von Frau Rosenthal zum Rundgang um und durch Svaneke mit seiner weitgehend bewundernswert gut erhaltenen historischen Bausubstanz, wobei Stadtgeschichte, Wirtschaftswandel und Tourismus die Hauptinhalte sind. Um 11 Uhr nehmen wir dann den Linienbus in Richtung Østerlars und besichtigen nach kurzer Wanderung die größte der vier historischen Rundkirchen Bornholms. Durch die Schlucht des Kobbeå, einer tektonischen Störungszone, wandern wir in Richtung der Nordküste bei Melsted. Nach einem Exkurs zu Gesteinsbestimmungen am Strand, wandern wir den mal sandigen, mal felsigen Kyststien (Küstenwanderweg) entlang, bis wir nach ca. einer Stunde Fußmarsch den touristisch stark frequentierten Küstenort Gudhjem erreichen. Etwas Freizeit bietet Gelegenheit für Kaffee, Kuchen, Kaltgetränke und Erholung, bevor wir gegen 17:30 Uhr den Linienbus zurück nach Svaneke nehmen. Der erlebnisreiche Tag klingt mit freier Abendgestaltung für alle aus.


Mittwoch, 26.08.2026:
Gleich nach dem Frühstück laufen wir aus und Segeln die malerische Nordküste Bornholms entlang in Richtung Hammerhavn. Die Nordumrundung der Hammerknuden mit den mächtigen Felsklippen ist beeindruckend. Wir erreichen den Hafen Hammerhavn am frühen Nachmittag und sind dann eines von wenigen Booten im Hafen. Die touristische Hochsaison ist vorbei. Nach dem Anlegen geht es auf einer Rundwanderung zu den alten, heute von Seen erfüllten Granitsteinbrüchen und schließlich hinauf zur Hammerhus, der spätmittelalterlichen Festungsanlage mit exponierter Lage an den Klippen des nördlichen Bornholms. Wir besuchen das ausgezeichnete und kostenlose Ausstellungszentrum dazu und erkunden anschließend die Burganlage. Ein studentischer Vortrag widmet sich der geopolitischen Bedeutung Bornholms, die sich an dieser Position durchaus mit einer jahrhundertelangen Tradition verstehen lässt. Wir erreichen den Hafen am späten Nachmittag. Danach bieten das Angeln von der Mole oder das Schauen des Sonnenuntergangs eine kurzweilige Abendbeschäftigung.





Donnerstag, 27.08.2026:
Über das Wetter kann man vortrefflich diskutieren, was auch diesen Morgen, in Verlängerung des Abends zuvor, die Gespräche zwischen Kapitän und Exkursionsleitung bestimmte. Die Entscheidung fällt, trotz des langen vor uns liegenden Segeltörns, zu unserem Bedauern auf einen geruhsamen Start gegen 9 Uhr von Hammerhavn in Richtung der vorpommerschen Küste. Der starke Ostwind lässt einen strikten Südkurs nicht zu und so ist bis zum späten Nachmittag nicht klar, wie weit westlich wir abkommen und ob wir Peenemünde oder Gager oder sogar Lohme auf Rügen anlaufen. Wir umrunden den Süden Bornholms etwa bis Rønne im Lee der Insel, bevor wir mit gerefften Segeln die Ostseequerung starten. Immerhin segeln wir mit 6-7 Knoten, bis dato kaum erreichten Fahrtgeschwindigkeiten. Sonne, Wind und Wellen sorgen für einen richtigen Segeltag, der aufgrund der großen Distanz und des späten Starts dennoch lang wird. Das Schaukeln und Rollen des Schiffes wird mittlerweile von vielen routiniert (v)ertragen. Erst gegen Mitternacht laufen wir mit Mondschein in Peenemünde ein und verbringen die restliche Nacht im Hafen. Wir sind zurück in Deutschland, Greifswald ist schon ganz nah.
Freitag, 28.08.2026:
Der letzte Tag auf der PETRINE startet zur gewohnten Zeit mit Frühstück um 8 Uhr und einer anschließenden Wanderung nach Karlshagen. Das Schiff wird in der Zwischenzeit dorthin verholen, um Abwasser abzupumpen und Frischwasser zu bunkern. Wir machen Exkursionsstopp am Historisch-Technischen Museum Peenemünde und widmen die Wanderung entlang der eingedeichten Peenemünder Seesandebene, den Fragen zum technischen Schutz und zur Schutzwürdigkeit der durch Eindeichung und Melioration stark abgesackten Salzgrasländer vor dem Hintergrund eines beschleunigt steigenden Meeresspiegels. In Karlshagen steigen wir wieder an Bord und nehmen bei kräftigem Nordostwind die letzte Segeletappe nach Greifswald in Angriff. Durch den Peenestrom und die flachen Küstengewässer geht es an der Insel Ruden vorbei und durch den Greifswalder Bodden in die Dänische Wieck. Wir erreichen das Fischerdorf Wieck am Nachmittag gegen 16 Uhr und allen wird ganz langsam bewusst, dass wir nicht nur wieder Zuhause, sondern von Stockholm aus alles gesegelt sind! Das Warten auf den Brückenzug wird zum Aufklaren des Schiffes genutzt, alles Gepäck liegt bereits an Deck. Gegen 17 Uhr haben wir den Ryck passiert und machen im Museumshafen Greifswald fest. Die Exkursion ist erfolgreich beendet!
Abschließend noch ein paar Zahlen und Eckdaten zur Exkursion:
Wir waren 13 Exkursionstage unterwegs. Insgesamt wurden 458 Seemeilen auf dem Weg von Stockholm nach Greifswald durch schwedische, dänische und deutsche Küsten- wie Binnengewässer zurückgelegt. Jeder hat alle Arbeiten an Bord verrichtet vom Abwaschen, Kochen, über das Setzen der Segel bis hin zum Steuern des Schiffes. Als Fortbewegungsmittel auf der Exkursion wurden Auto und Zug, Flugzeug (Anreise), Linienbus, Segelschiff, Ruderboot und Fahrrad sowie die eigenen Füße genutzt.
Die Exkursion wurde freundlicherweise durch das International Office sowie durch den Studentenclub Geographenkeller e.V. finanziell unterstützt, wofür wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Die Kosten für die Schiffsexkursion beliefen sich auf weniger als 870 Euro pro Person, sämtliche Kosten inbegriffen.
Text: Sebastian Lorenz, Conrad Brinkmann, Jannes Wengel, Laura Rogatschow und Stefanie Rosenthal
Fotos: Sebastian Lorenz, Conrad Brinkmann und Laura Rogatschow
06.11.2026

