Gruppenbild auf Hiddensee, © Britt Schumacher
Vormittags Deutschunterricht, nachmittags Ausflüge innerhalb Greifswalds und in die Umgebung – so sah der August 2025 für vierzig internationale Studierende aus, die an der Sommerschule Greifswald Summer teilgenommen haben. Einer von ihnen war der polnisch-italienische Student Dawid Krystian Prestini. In Polen studiert er derzeit Wirtschaft und Management an der Wrocław University of Science and Technology. Nach seinem Aufenthalt in Greifswald reflektiert er seine Erfahrungen in einem Gespräch mit dem International Office.
Wie bist du auf Greifswald Summer aufmerksam geworden?
Auf Greifswald Summer wurde ich durch ein lokales Fremdsprachenzentrum aufmerksam gemacht, das mir die Teilnahme sehr empfohlen hat – und dafür bin ich wirklich dankbar. Ich wollte meine Deutschkenntnisse vertiefen und gleichzeitig eine neue akademische und kulturelle Umgebung erleben. Vor meinem Aufenthalt hatte ich bereits Kontakt mit der deutschen Sprache, aber ich wollte den Schritt wagen, mich sicherer und selbständiger auszudrücken.
Wie verliefen für dich die Vorbereitung und die Ankunft?
Die Vorbereitung verlief erstaunlich unkompliziert. Der Bewerbungsprozess war klar strukturiert, und als EU-Bürger musste ich mich nicht um ein Visum kümmern. Die größte Herausforderung war eigentlich, alle Sommerpläne so zu koordinieren, dass ich den Kurs vollständig genießen konnte.
Als ich schließlich in Greifswald ankam, hatte ich sofort das Gefühl, in einer kleinen, offenen und sehr studentischen Stadt gelandet zu sein. Alles war ruhig, freundlich und gut organisiert – perfekt, um sich schnell einzuleben.
Welchen Sprachkurs hast du besucht und wie hat er dir gefallen?
Ich nahm am Deutsch-Sprachkurs auf Niveau B1 teil. Der Unterricht überraschte mich positiv: Er war lebendig, praxisnah und voller Interaktion. Die Lehrkräfte nahmen sich Zeit für jede Frage und schafften eine Atmosphäre, in der man ohne Angst sprechen konnte. Besonders geholfen hat mir, dass wir viele Alltagssituationen nachgestellt haben – das machte das Lernen natürlich und motivierend.
Am Nachmittag besuchte ich die Workshops, die häufig projektorientiert waren. Wir diskutierten aktuelle Themen, arbeiteten in internationalen Gruppen und stellten kleine Präsentationen vor. Gerade diese Teamarbeit hat mich gefordert, aber auch wachsen lassen. Es gab Momente, in denen ich mich überwinden musste – doch genau diese Momente machen eine Erfahrung wertvoll.
Was hat dir besonders gut während deines Aufenthalts in Greifswald gefallen?
Zu den wichtigsten Momenten meines Aufenthalts gehören eindeutig die Events. Ich habe an vielen teilgenommen, aber zwei bleiben unvergesslich: der Segeltag auf dem Wasser und die Kanutour durch die wunderschöne Natur der Region. Diese Erlebnisse haben mir eine Seite Norddeutschlands gezeigt, die man als Tourist kaum entdeckt.
Außerdem habe ich an den Wochenenden Hamburg und Berlin besucht – zwei Städte voller Geschichte, die meiner Erfahrung noch eine zusätzliche kulturelle Dimension verliehen.
Greifswald selbst hat mich mit seiner Ruhe und seinem studentischen Charakter überrascht. Anders als in italienischen oder polnischen Städten ist hier alles näher, grüner und gemütlicher. Besonders mochte ich den Hafen, den Marktplatz und einige kleine Cafés, die schnell zu meinen Lieblingsplätzen wurden.




Was ist dein Fazit? Möchtest du irgendwann nach Greifswald zurückkommen?
Die Summer School hat mich auf vielen Ebenen geprägt. Ich habe nicht nur meine Deutschkenntnisse deutlich verbessert, sondern auch gelernt, mich selbstständiger in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Die internationale Atmosphäre hat meine interkulturelle Sensibilität gestärkt und mir gezeigt, wie bereichernd es ist, mit Menschen aus vielen Ländern zusammenzuarbeiten.
Meine liebste Erinnerung ist keine einzelne Szene, sondern die Summe der gemeinsamen Erlebnisse: die Gespräche beim Frühstück, das Lachen während der Ausflüge, die Teamarbeit im Unterricht und die neuen Freundschaften, die entstanden sind.
Nach dieser Erfahrung weiß ich: Ich möchte nächsten Sommer unbedingt zurück nach Greifswald kommen. Sei es für einen weiteren Sprachkurs oder sogar für ein längeres Programm. Deutschland hat mich positiv überrascht, und die Summer School hat mir eine neue Verbindung zu Sprache, Kultur und Menschen geschaffen.
Ich empfehle die Greifswald Summer jedem, der lernen, wachsen und gleichzeitig eine besondere Zeit erleben möchte.
Greifswald Summer ist eine vierwöchige deutschsprachige Sommerschule für internationale Studierende und Studieninteressierte, um Greifswald und seine Universität sowie die Umgebung kennenzulernen. Das Programm setzt sich aus einem fachlichen Teil, bestehend aus Deutsch-Sprachkursen und Workshops, und einem Freizeitprogramm aus Exkursionen, (Wasser-)sportlichen Aktivitäten und kulturellen Veranstaltungen zusammen.
Die Deutschkurse werden auf B1 und B2-Niveau für Fortgeschrittene als auch auf C1-Niveau angeboten. Insgesamt erhalten Studierende 100 Stunden Deutschunterricht.
Eine Bewerbung für Greifswald Summer 2026 ist vom 01. Februar bis 30. April 2026 möglich. Hier finden Sie weitere Informationen zu Greifswald Summer.
Interview: Sophie Müller, 08.04.2026
